Klimawandel in “einer sozial-ökologischen Perspektive, in der die globale soziale Frage nicht Umweltgesichtspunkten untergeordnet wird.” – Thema der Ausgabe 372 von iz3w – Zeitschrift zwischen Nord und Süd

“Die negativen Folgen des Klimawandels treffen nicht alle Menschen gleichermaßen hart. Wohlhabende verfügen über genügend Mittel für wirksame Bewältigungsstrategien. Sie können sich Klimananlagen leisten, ihren Wohnort verlegen oder sich anderweitig schützen. Reiche Länder sind in der Lage, Schutzmaßnahmen wie etwa Dammbau zu ergreifen oder die Auswirkungen unvermeidlicher Katastrophen zu lindern. Ein Hurrikan in Florida zeitigt bei vergleichbarer Zerstörungskraft weit weniger drastische Langzeitfolgen als ein Zyklon in Mosambik.

Dennoch kommt in der Debatte über Klimawandel eine herrschaftskritische Perspektive noch immer zu kurz. Das betrifft nicht nur Verursachung des Klimawandels durch imperiale Lebensweisen. Auch die hegemoniale Klimapolitik ist durchzogen von herrschaftsförmigen Strukturen wie Kapitalinteressen und der ungleichen Verteilung von Lasten. In unserem Themenschwerpunkt pochen wir daher auf eine sozial-ökologische Perspektive, in der die globale soziale Frage nicht Umweltgesichtspunkten untergeordnet wird.”