Liebe Ernteteiler*innen!
diese Woche ist schnell rumgegangen. Die Dinge nehmen ihren Lauf und wir sind alle fleißig dabei, die Saison vorzubereiten. Zwar ist noch immer Zeit, bevor es losgeht, und das ist auch gut so, denn die Vorbereitungen sind noch nicht abgeschlossen. Die Liste der Winterprojekte ist ebenfalls lang: Reparaturen, Wartungen, Vorbereitungen und Aufräumen – also all die Dinge, für die während der Saison meist wenig Zeit ist. Dann ist doch gleich wieder viel zu tun und uns wird eh nicht langweilig. Auch wenn in der Landwirtschaft der Winter immer als die ruhige Zeit beschrieben wird, ist doch immer viel zu tun – und während der Saison dann halt noch mehr. So wuseln wir Tag ein, Tag aus vor uns hin, gehen unseren Aufgaben nach und schwups ist Mittag und schwups ist’s wieder dunkel und der Tag ist rum.
Gleichzeitig gieren wir förmlich nach jedem bisschen Vitamin D in Form von raren Sonnenstrahlen. So stieg die Laune heute bei einigen schnell wieder an, als es am Nachmittag während der Ernte immer heller wurde und die Sonne irgendwann draußen war.
Die „Maggie“ (Kubota-Traktor) ist noch in der Werkstatt und kommt hoffentlich schon nächste Woche wieder, damit wir flexibel einsatzbereit sind, vor allem für die anstehenden Bodenbearbeitungen.
Wichtiger als alle Maschinen ist jedoch der Boden. Im Frühjahr begrenzt die Befahrbarkeit unseren Arbeitsstart, denn nach dem wichtigen Frost ist bei den wärmeren Temperaturen wieder einiges an Nässe da und jeder kleine Regen verzögert die Vorbereitung. Gleichzeitig sind wir alle dankbar für die Feuchtigkeit am Anfang des Jahres. Um festzustellen, wann es so weit ist, gehe ich gerade öfter mit einem Spaten bewaffnet nach draußen – ehrlicherweise meist auf den Schlag A1, direkt neben den Containern. Dort werden dieses Jahr Kartoffeln sein und wir wollen möglichst früh loslegen.
Nachdem ihr letzte Woche schon ein Foto von mir bekommen habt, heute noch einmal ein paar Worte zu mir, Johannes. Ich bin seit Anfang Jänner Teil des Teams und ich freue mich sehr darüber. Nach meinem Studium der Ökologischen Landwirtschaft und einer vorangegangenen Ausbildung zum Landwirt (Bio) habe ich mich letztes Jahr dazu entschieden, mich auf die Suche nach einem passenden Projekt bzw. Hof im Gemüsebau zu begeben und bin schnell bei der Gela fündig geworden. Nachdem ich letztes Jahr einmal ganz kurz und einmal etwas länger da war, hatte ich ein gutes Gefühl dabei, den weiten Weg aus Deutschland auf mich zu nehmen und meinen Lebensmittelpunkt hierher zu verlegen. In mir ist eine Mischung aus Neugierde, Aufregung, Vorfreude und Motivation. Ich freue mich sehr, Teil des Teams und der Gemeinschaft zu sein und euch nach und nach auch persönlich kennenzulernen.
Für das Wochenende ist wieder Eiseskälte vorhergesagt und auch darauf müssen wir uns vorbereiten. Es gilt, die Aussaaten und Jungpflanzen zu schützen, die Pflanzkartoffeln noch einmal mehr abzudecken und das Lager sowie die Tunnel zu sichern. Auch auf die Wasserleitungen müssen wir wieder achten. Jeder dieser Temperaturwechsel bedeutet für uns, aufmerksam zu sein und miteinander zu kommunizieren, damit alles gut geht.
Liebe Grüße vom Hof
Johannes
ACHTUNG: Bis Ende Februar findet die FREIE ENTNAHME IM SOLIDARRAUM (IN DER HEINESTRASSE 30, 1020) statt.
Wir schicken diese Woche wieder Kimchi mit (scharf) sowie getrocknete Kamille. Bitte nehmt hierfür möglichst eigene Gefäße mit zum Befüllen!
Das Gemüse der Woche ist Topinambur. Topinambur ist winterhart und wird jetzt, wo der Boden wieder aufgetaut ist, direkt vom Feld geerntet. Die Knollen waren zum Teil am Stielansatz etwas angefroren und beginnen dort weich zu werden. Den braunen Teil einfach abschneiden, der Rest der Knolle ist noch wunderbar. Die Knollen (eigentlich Rhizome) enthalten viel Inulin, einen wasserlöslichen Ballaststoff, der hilfreich ist für eine gesunde Darmflora :). Topinambur muss nicht geschält werden, einfach die Erde gründlich unter fließendem Wasser herunterreiben. Die Knollen können roh gegessen werden, aber nicht alle vertragen sie gut in dieser Form. Gekocht sind sie super als Suppe, eignen sich aber auch zum Braten und – besonders super – als dünne Chips frittiert und leicht gesalzen. Ich verwende Topinambur-Chips als knuspriges Topping für Erdäpfelpüree – lecker! Falls ihr einmal vergesst, die Knollen schnell zu verarbeiten, und sie schon etwas eingeschrumpelt und weich sind, einfach wieder für einige Stunden in kaltes Wasser legen (eventuell faulende natürlich vorher aussortieren), dann saugen sie sich wieder voll und werden knackig.
Diese Woche kommt wieder ein kleiner Gruß aus den Anbautunneln: Ein wenig Mangold und Senfkohl war schon bereit für die Ernte, bisher ist aber alles noch sehr zaghaft gewachsen, da es noch kalt war und fast immer wolkig/nebelig. Bitte hier nur sehr vorsichtig nehmen und möglichst nur eines von beiden, damit alle etwas bekommen. Wenn die Temperaturen bald wieder steigen und ab und zu auch endlich einmal die Sonne herauskommt, wird es bald mehr aus dem Tunnel und Freiland geben.
Wir haben Pastinake und lila Karotten beim BioHof Adamah (Marchfeld) zugekauft.
Grosse Rüben oder Krautköpfe (Steckrüben, Wesskraut etc.) können gerne bei der Abholung halbiert oder geviertelt werden. In der Marktkiste findet ihr Messer und Schneidbrett.