Liebe Ernteteiler*innen!
nachdem wir jetzt schon öfter darüber geschrieben haben, vor welche Herausforderungen uns dieses besonders heiße und trockene Jahr stellt, will ich heute mal darüber berichten, welche Pflanzen von der Trockenheit eher profitieren – denn diese gibt es auch.
Die niedrige Luftfeuchtigkeit verhindert nämlich so manchen Pilzbefall, der vor allem dafür anfällige Pflanzen in kürzester Zeit dahinraffen kann.
Letztes Jahr hatten wir einen vergleichsweise milden Sommer mit (für das Marchfeld) ungewöhnlich viel Niederschlag. Das war zwar toll für Salate, Kraut und einige andere Kulturen, unsere Freilandgurken dagegen wurden schon kurz nach dem Setzen am Feld vom Falschen Mehltau befallen. Dieser kann in kürzester Zeit für einen Komplettausfall der Kultur sorgen. Im Vergleich zum letzten Jahr, in dem sich gar keine nennenswerte Ernte der Freilandgurken ausgegangen ist, haben uns die Pflanzen heuer schon reich beschenkt.
Auch unser Basilikum steht gerade besonders gut da (deshalb schicken wir zurzeit recht viel davon, also greift zu!). Wenn es im Sommer warm und feucht ist, wird es nämlich recht schnell von Schlauchpilzen oder von Grauschimmel befallen und kann dann nicht weiter beerntet werden. Dieses Jahr wächst es uns fast schon davon, und wir kommen kaum mit dem Ernten hinterher. Und es schaut einfach wunderschön aus!
Obwohl es jetzt erst mit Paprika, Melanzani und Co. langsam losgeht, fühlt es sich fast schon wieder ein wenig herbstlich an am Feld, denn so langsam beginnt auch die Zeit der Lagerernte. Zwiebeln und Knoblauch sind zum Teil bereits eingelagert, es kommen aber noch mehr. Bald sind die Erdäpfel dran, etwas später folgen Kürbisse, Rote Rüben und und und. Großkisten müssen dafür vorbereitet werden, das Lager freigeräumt von Dingen, die sich über den Sommer dort angesammelt haben und vieles mehr. Irgendwie geht es dann doch immer schneller, als man denkt, und plötzlich ist das Lager wieder voll und das Krauthobeln fürs Sauerkraut steht an – zumindest in unseren Köpfen, die jetzt schon wieder an die nächste Saison denken.
Aber jetzt erst mal die Gurken und Tomaten genießen und ein leckeres Pesto machen!
Beste Grüße vom Hof
Inga
Viel:
Zucchini
Erdäpfel (festkochend, Sorte Lea)
Basilikum
Gurken
Ein wenig:
Melanzani
Paprika
Sommerportulak
Artischocke
Tomatillo
Blumen
Kräuter:
Minze
Schnittlauch
Schnittknoblauch
Basilikum
Auch diese Woche gibt es wieder einige Spezialkräuter aus unserem Versuchsgarten. Wie letzte Woche z.B: Quilquiña, auch Bolivianischer Koriander genannt, wird in Mexiko und Südamerika gern zum Würzen von Salsas und Chilipasten verwendet – probiert doch mal eine Salsa aus Paradeisern, Knoblauch, Salz und etwas Quilquiña. Auch Huacatay ist ein in Südamerika beliebtes Küchenkraut, das stark duftet und u.a. zum Marinieren von Fleisch, zum Würzen von Saucen und zur Herstellung von Pesto verwendet wird.
Diese Woche außerdem neu: die Tagetes „Sweet Mace“ mit intensivem Anisgeschmack, außerdem ein mexikanischer Wegerich, der mild champignon- oder steinpilzähnlich schmeckt.
Auch dieses Mal gibt es wieder viel Basilikum, vor allem vom Genoveser Typ „Alessandro“, also macht am besten ein Pesto! 🙂
Das Gemüse der Woche sind Freiland-Gurken. Hiervon bauen wir heuer vier verschiedene Sorten in zwei Sätzen an. Der erste Satz enthält die Zitronengurke „Limona“, die ihren Namen der gelben Farbe und runden Form bei Vollreife verdankt. Sie kann sowohl jung und noch hellgrün geerntet werden und wird dann eher als Snackgurke verwendet. In ihrer reifen, gelben Form, in der sie auch bereits Samen ausgebildet hat, eignet sie sich immer noch für Salate und zum Frischverzehr, kann aber auch sehr gut eingelegt werden. Von Limona gibt es diese Woche besonders viel. Die zweite Gurke aus dem ersten Satz ist die Salatgurke „Tanja“, eine klassische grüne und lange Gurke.
Der zweite Satz Gurken beginnt jetzt erst zu tragen, deshalb gibt es hiervon noch nicht so viele: Die grüne Salatgurkensorte „Gundel“ eignet sich super für den Frischverzehr im Salat oder als Snackgurke. Die Sikkimgurke „Salome“ (ähnlich der „Poona Kheera“, die einige von euch vielleicht noch kennen) dagegen ernten wir in der Vollreife, wenn sie eine braune, feste Schale mit Netzstruktur hat. Sie bildet auch dann keine Bitterstoffe aus und eignet sich super zum Schmoren. Hiervon gibt es aber leider erst ein paar wenige, aber bald kommen mehr.
Melanzani, Paprika und Pfefferoni gibt es erst in einer recht kleinen Menge. Sie beginnen jetzt erst, Früchte zu tragen. Auch hiervon gibt es aber bald mehr.