Hofnachrichten

Woche 39

Liebe Ernteteiler*innen!

Heute möchte ich gerne über gestern schreiben.

Gestern, am 23. September, war Tagundnachtgleiche und somit astronomischer Herbstbeginn. In der Ernte kündigt sich der Herbst schon an: Die Sommergemüse Paradeiser, Gurken, Zucchini und Co verschwinden allmählich, dafür sagen Kürbis, Kohl und Rüben Hallo. Diese Zeit ist wohl auch eine der vielfältigsten am Feld. Fast jede Woche kommt irgendwas neues dazu – kulinarisch eine meiner Lieblingszeiten.

Gestern, am 23. September, war auch der Europäische Tag der Bio-Landwirtschaft. Bei Gela reden wir nur selten über biologischen Anbau, weil es für uns (sowohl im Team als auch bei den Ernteteiler*innen) eine absolute Selbstverständlichkeit ist. Aber in den letzten Wochen hab ich viel drüber nachgedacht, und bio ist leider einfach nicht selbstverständlich: Österreich rühmt sich zwar, mit einem Bio-Anteil von 27% der landwirtschaftlichen Fläche und 23% der Betriebe Spitzenreiter in der EU zu sein (https://www.bio-austria.at/bio-bauern/statistik/), allerdings bedeutet das auch, das rund Dreiviertel der Landwirtschaft nicht biologisch betrieben wird – und damit unser aller Boden, Grundwasser und Umwelt mit Pestiziden und massivem Einsatz von Kunstdünger belastet wird.
Noch trauriger stimmt der Blick auf die Konsum-Seite: Gerade einmal 11,9% macht der Bio-Marktanteil beim Lebensmitteleinkauf aus (https://www.bmluk.gv.at/themen/landwirtschaft/bio-lw/zahlen-fakten/Bio_Markt.html).
Ich nehme mir mit, dass auch Gela Ochsenherz wieder verstärkt die Bedeutung von Bio-Lebensmitteln betonen sollte und wir uns alle vergegenwärtigen, dass wir mit unserer Wirtschaftsweise leider noch zu den Außenseitern gehören. Und das bringt mich zum letzten Punkt:

Gestern, am 23. September, fand im Stift Klosterneuburg auch die Verleihung des Bio-Award 2026 für Niederösterreich & Wien statt. Und…trommelwirbel… Gela Ochsenherz hat den Bio-Award gewonnen!!
Es war ein spannender Abend für Susanna, Hannah und mich, denn auch wir wussten bis zuletzt nicht, wer von den drei Finalist*innen das Publikumsvoting für sich entscheiden konnte. Verdient hätten sich den Award sicher alle, neben uns wurden auch der Biohof Grand und der Biohof Kurz um’s Eck von der Jury unter 58(!) Einreichungen ins Finale nominiert. Alle Betriebe zeichnet eine hohe Innovationskraft und eine Vorreiterrolle in ihrem jeweiligen Bereich der Bio-Landwirtschaft aus. Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle natürlich an Euch, unsere treue Community, die ihr in den letzten Wochen fleißig für uns abgestimmt habt und so den Sieg ermöglicht habt. Danke!!!

Mehr über den feierlichen Abend könnt ihr hier lesen: https://www.bio-austria.at/a/bauern/der-bio-award-2026-geht-an-gela-ochsenherz/

Es gibt in den kommenden Tagen und Wochen noch einiges an Berichterstattung in diversen Medien rund um den Bio-Award, leitet es gerne weiter in eurem Umfeld und vielleicht können wir so noch die eine oder andere Person erreichen und von unserer Solawi überzeugen. Freie Ernteanteile gibt es ja nach wie vor!

Mit lieben Grüßen,
Christoph

Viel:

Mangold

Ein wenig:

Shiso
Brokkoli
Spitzkraut
Butterkohl
Salat, süss
Petersilie, glatt
Estragon
Fisolen
Mizuna
Rotkraut
Paradeiser

Kräuter:

Shiso
Estragon
Petersilie

Das GEMÜSE DER WOCHE ist: Rucola (auch Garten-Senfrauke genannt) wächst schnell und schmeckt gut:) Mehr Infos zum Gemüse der Woche findet ihr wie immer im Newsletter!

Damit wir im Winter schöne Kohlsprossen ernten können, haben wir diese Woche die Sprossenkohl Pflanzen geköpft. Das Köpfen ist wichtig, damit die Pflanze ihre Kraft in größere Rösche, statt in das Längenwachstum steckt.

Diese Woche gibt es dreierlei Kohl: Butterkohl, Spitzkraut und Rotkraut. Von jeder Sorte gibt es jeweils nur eine kleine Menge (Schnellverbrauch und/oder Reste).

Diese Woche gibt es nochmal Fisolen. Wir bauen heuer drei verschiedene Sorten der Buschbohne an: Die klassisch-grüne „Maxi“, die besonders zarte gelbe „Golden Teepee“ und die violette „Purple Teepee“, die allerdings beim Kochen grün wird. Da die Ernte sehr zeitaufwendig ist, bauen wir nur wenige Sätze an und können nicht allzu oft etwas davon schicken – also nutzt die Gelegenheit! 🙂