Liebe Ernteteiler*innen!
diesen Moment habe ich mir vor meinem Urlaub herbeigesehnt: wenn ich wiederkomme, ernte ich in langer Hose. Und dieser Wunsch ist in Erfüllung gegangen! Dass uns jemand sein unerwartetes Erbe verschenkt und wir nicht mehr über unsere Finanzen verzweifeln müssen – darauf warten wir noch geduldig.
Mit der herbstlichen Stimmung tritt auch immer ein wenig Erleichterung ein. Der Großteil ist geschafft, die Ernten sind bunt und reichlich und das Gras neben den Ackerstreifen endlich wieder grün. Ein ungewohnter Anblick nach meinen letzten Eindrücken Ende August. Auch ungewohnt waren bei der heutigen Ernte die wahnsinnig großen Mangold-Blätter, so als hätten die Pflanzen komplett vergessen, unter welchen Sahara-Verhältnissen sie gepflanzt wurden! Wir können die Erfahrungen dieses Sommers nicht einfach aus unseren Erinnerungen streichen, sie wirken nach. Wie erholt man sich davon, wie bereit sind wir für die nächsten heißen Jahre? So führt die angesprochene Erleichterung auch mal schnell zur Ernüchterung. Elias hat uns zum Glück beim Edamame-Ernten daran erinnert, dass auch ein bisschen Optimismus nicht verkehrt ist, vielleicht sogar essentiell für unseren Beruf.
Am Samstag ist Mitgliederklausur (Ankommen ab 9:30 Uhr), da könnt ihr alles Aktuelle und Zukünftige erfahren und mitdiskutieren. Die Gelegenheit um mitzugestalten, was einem am (Ochsen)-Herzen liegt. Ihr seid auch sehr willkommen, einfach zum Zuhören und Kennenlernen vorbeizukommen, auch dieser Verein lebt nur durch euch Mitglieder!
Und weil’s nicht mehr lang hin ist: am 10.10. feiern wir die Saison 2026 beim Herbstfest am Hof, also markierts euch fett im Kalender!
Bis spätestens dahin,
Ulli
Genug:
Winterheckenzwiebel
Rote Rübe
Mangold
Neuseeländerspinat
Shiso
Edamame
Brokkoli
Paprika
Chili (Jalapeño)
Lauch
Popcornmais
Malabarspinat
Radieschen
Karotte
Kohlrabi
Kürbis
Erdäpfel
Ein wenig:
Artischocke
Freilandparadeiser
Zucchini
Tunnel-Paradeiser
Gurken
Tomatillo
Kräuter:
Dill
Zitronenmelisse
Rosmarin
Zitronengras
Minze (Pfefferminze und Mojito-Minze)
Koriander
Petersilie
Gemüse der Woche sind dieses Mal Fisolen. Viel müssen wir sicher nicht dazu schreiben – ihr kennt sie alle :). Wir bauen heuer drei verschiedene Sorten der Buschbohne an: Die klassisch-grüne „Maxi“, die besonders zarte gelbe „Golden Teepee“ und die violette „Purple Teepee“, die allerdings beim Kochen grün wird. Da die Ernte sehr zeitaufwendig ist, bauen wir nur wenige Sätze an und können nicht allzu oft große Mengen davon schicken – also nutzt die Gelegenheit! 🙂
Es ist jedenfalls eine Hülsenfrucht-reiche Woche, denn es gibt außerdem Edamame. Die junge, grüne Sojabohne, die als Gemüse verzehrt werden kann, ist jedes Jahr wieder ein Highlight am Hof, und wir sind alle große Fans. Der Einfachheit halber, und weil die Bohnen an einer Pflanze etwa zeitgleich reifen, ernten wir die ganzen Pflanzen und entblättern sie nur. Ihr könnt dann am Markt oder daheim die Hülsen von den Pflanzen ablösen. Gegessen werden zwar nur die Bohnen selbst, aber für die Zubereitung sollten am besten die ganzen Hülsen gekocht werden. Eine Kochzeit von ca. 5-8 Minuten in sprudelnd kochendem Wasser reicht aus, danach die Hülsen abtropfen lassen, salzen oder in Sojasauce tauchen und die Bohnen am besten direkt mit den Zähnen herausziehen. Eine sehr leckere Vorspeise!
Auch bei den Paprika gibt’s diese Woche mit einer ordentlichen Menge Shishito eine gute Vorspeisen- oder Tapas-Option: Die kleine, vor allem grün geerntete Bratpaprika schmeckt wunderbar, ganz einfach in etwas Olivenöl angebraten und mit grobem Salz gewürzt. Sie ist gar nicht scharf, auch wenn sie so ausschaut!
Für alle, die Paprika lieber roh essen, gibt es auch eine Kiste mit leckeren süßen Snackpaprika.
Es gibt außerdem Kürbisse: diese Woche vor allem die grüne, hokkaidoähnliche Sorte „Kabocha“.
Leider sind nicht nur ein paar Freilandparadeiser aufgeplatzt, sondern auch einige Kohlrabi, da sie vorher mit eher wenig Wasser auskommen mussten und es jetzt in den letzten Tagen etwas mehr geregnet hat (zum Glück!). Die aufgeplatzten aber noch gut genießbaren Knollen kommen diese Woche zum Markt und sollten zum Teil schnell verbraucht werden – dann, wenn die Platzwunden noch nicht gut verheilt sind.
Vor allem aber die aufgeplatzten Paradeiser sollten schnell verbraucht werden, denn sie halten sich nicht lang.
Es gibt auch dieses Jahr wieder Popcornmais! Am besten zu Hause noch ein paar Wochen gut durchtrocknen lassen, damit das Popcornmachen auch gut funktioniert.