Hofnachrichten

Woche 32

Liebe Ernteteiler*innen!

Heute darf ich als Praktikant meine Erfahrungen und Eindrücke hier vom Hof kurz mit euch teilen – meine sechs Arbeitswochen neigen sich nun dem Ende zu, die Zeit verfliegt, die Hitze besteht.

Hoffentlich viel länger besteht aber das Wissen und die Fertigkeiten, welche ich hier erlerne. Schnell lernt man aus eigener Erkenntnis, dass man Zuchinis vielleicht lieber mit langer Hose erntet, roter Basilikum die Fingernägel gefühlt ewig färbt oder auch dass wilder Amaranth und Portulak am liebsten den ganzen Hof überwuchern würden.

Spannend wirds dann beim ersten Mal auf der Setzmaschine, das Rad dreht sich unermüdlich und die kleinen Lauch-Stangen wollen sich mit ihren Wurzeln auch einfach nicht voneinander lösen. Übungssache, mit der Zeit fühle ich mich dabei weniger hektisch.

Wenn die Zeit aber doch mal drängt, lernt man auch kurzerhand das Traktorfahren und überlässt den routinierten Profis die schnellen Handgriffe mit den Setzlingen.

Ich finde mich immer mehr ein in die Tätigkeiten am Feld, bald aber frage ich mich auch: Wer bestimmt denn eigentlich, was und wo angebaut wird und wachsen darf? Und wonach entscheidet man das? Soren zeigt mir die Anbaupläne, erklärt mir die Struktur und Überlegungen dahinter. Wie schauen Fruchtfolgen aus, welche Kulturen zehren stark, welche kommen mit weniger Nährstoffen aus und wie können Gründüngung und Zwischenkulturen wieder Nährstoffe eintragen in den Boden. Untersaat? Noch nie gehört! Und schon darf ich helfen, verschiedenstes Saatgut abzuwiegen und zu vermischen – sehr tolle Arbeit!

Ob Kohlweißling, Erdflöhe, Kartoffelkäfer oder Spinnmilben, dass so manche Tierchen Probleme bereiten, merkt man schnell. Ob Netze zum Abdecken der Kultur, Raubmilben als Nützlinge, etc., es zeigt sich auch, dass ein intaktes Ökosystem mit hoher Biodiversität eine wichtige Voraussetzung ist.

Ganz viele neue Gedanken und Eindrücke darf ich mir mitnehmen, sowohl fachlicher Natur für mein BOKU Studium und die berufliche Zukunft, als auch auf persönlicher Ebene – landwirtschaftliche Perspektiven einnehmen zu können, schafft nochmal stärkeres Bewusstsein und Wertschätzung.

Ich bin dankbar für die Zeit hier am Hof und dafür, meine ersten landwirtschaftlichen Erfahrungen bei diesem tollen Betrieb machen zu dürfen. Man spürt, dass den Menschen die Arbeit hier etwas bedeutet, sich mit Liebe um die Pflanzen gekümmert wird und, auch wenn jede*r mal Ruhe braucht beim Arbeiten, Gemeinschaft eine wichtige Rolle spielt.

Gemeinsam Landwirtschaften, mit Herz

Ganz liebe Grüße,

und viel Freude mit dem Gemüse!

Manuel

Ein wenig:

Melanzani
Artischocke
Karotte

Kräuter:

Salbei
Thai-Basilikum
Za’tar (Libanesischer Oregano)

Bei den Erdäpfeln gibt es diese Woche wieder den Raritäten-Mix (Sunita, Heiderot, viel Wahou) und zusätzlich King Edward (gelbschalig, vorwiegend festkochend).
Es gibt gerade viel Zuckermais zu ernten, also greift zu. Perfekt zum Grillen oder auch als schneller Snack gekocht bzw. roh.

Gemüse der Woche ist die WASSERMELONE. Diesmal dabei ist die Sorte Solpoly, sie ist orange abreifend. Natürlich einfach das Beste an heißen Sommertagen, auch perfekt als Eis – einfach Melone aufschneiden, Fruchtfleisch rausnehmen und einfrieren!

Die Paprika leiden gerade unter der starken Hitzeeinstrahlung, daher haben einige Sonnenbrand (dunkle Flecken). Da es ein mechanischer Schaden ist, können die Stellen einfach abgeschnitten werden und sind unbedenklich.
Bei den Melanzani kommen jetzt jede Woche ein paar mehr dazu. Es sind viele verschiedene Sorten dabei, probiert sie einfach mal durch.
Falls ihr bei Melanzani auch direkt an ein leckeres Grünes Curry denken müsst: Perfekt, diese Woche gibt es Thai-Basilikum und das leckere Zitronengras am Markt! Auch der rote Basilikum eignet sich dafür, er ist sehr würzig zimtig.

Generell leidet das Gemüse sehr unter der extremen Hitze und Trockenheit. Wir geben unser Bestes beim Bewässern, aber auch da sind uns (und den Brunnen) Grenzen gesetzt. Wir hoffen, dass wir weiterhin gute Mengen ernten können, aber sicher sein können wir leider nicht.