Hofnachrichten

Woche 48

Liebe Ernteteiler*innen!

Über kalte Hände, nasse Füße und abgefrorene Nasen kann man sich zu Beginn der Wintersaison schon mal ärgern – das Winteroutfit ist vielleicht noch nicht perfekt zusammengestellt, der Körper noch nicht bereit für diese Wetterlage. Die warme Suppe zum Mittag macht daher aber gleich doppelt und dreifach zufrieden und bringt (zusammen mit einer guten Portion Schokolade und Tee) den restlichen Energieschub für die nachmittäglichen Arbeitsstunden.


Während das Wetter wie so oft unseren Rhythmus bestimmt, wurde die (politische) Großwetterlage auch an anderer Stelle auf der Erde bei der Weltklimakonferenz verhandelt. Die Anzahl derer, die große Hoffnungen in die COP stecken, wird sich mit jedem Jahr verringert haben – auch dieses Mal wird auf freiwillige Initiativen gesetzt, um Klimaschutz-Anstrengungen zu beschleunigen. Es wurden Geldsummen festgelegt, die der Anpassung an den Klimawandel und dem Schutz der Regenwälder dienen sollen. Von einer Abkehr von fossilen Energieträgern ist jedoch keine Rede. Frust und Enttäuschung sind aus vielen Ecken zu vernehmen. Am deutlichsten machen das die parallel stattfindenden Proteste und die Blockade des Konferenz-Eingangs dutzender Demonstrant*innen. Angehörige der Munduruku widmeten diesen Protest gegen ein umstrittenes Eisenbahnprojekt der brasilianischen Regierung, das unweit vom Tagungsort geplant ist. Der Bau der Bahn soll Transport und Export von Soja erleichtern und würde damit zur Ausweitung des Sojaanbaus im Amazonas-Gebiet führen. Sieht so der Schutz des Regenwaldes aus? Während dies scheinheilig in Verhandlungspapieren festgelegt wird, sorgen gleichzeitig globale Handelsabkommen ebendieser Staaten und Privatinvestoren für Landraub und die Ausbeutung des Planeten.


Den Kopf stecken wir deshalb aber noch lange nicht in den Sand (oder Schnee). Den Blick auf den Protest zu lenken, macht deutlich, wie wichtig die Aktionen kleinbäuerlicher Bewegungen und die Solidarität mit diesen sind. Also nur noch kurz warten, bis die Finger wieder aufgetaut sind und dann holen wir die letzten Karotten, die noch am Feld sind, aus der Erde.

Solidarische Grüße,
Ulli

Viel:

Kiwano (GEMÜSE DER WOCHE)
Kürbis

Genug:

Senfkohl
Zicchorie
Rettich
Karotte
Zuckerhut
Radicchio
Schwarzkohl
Sprossenkohl
Weisskraut
Rotkraut
Mairübe
Rote Rüben
Zwiebel
Kartoffel, mehlig (Sunita)
Kartoffel,speckig (Jule)
Chinakohl
Knollensellerie

Ein wenig:

Petersilie
Puntarelle (Reste)
Flower Sprout
Knoblauch

GEMÜSE DER WOCHE: Kiwano (auch Horngurke genannt) ist eine Frucht aus der Familie der Kürbisgewächse. Das geleeartige grüne Fruchtfleisch hat einen leicht säuerlichen Geschmack, der an Limette oder Passionfrucht errinert. Eigentlich wird die Kiwano gelb bis orange, sobald sie abreift. Bei uns war es dieses Jahr jedoch etwas zu kalt, weshalb die Früchte sogar nach dem Nachreifen noch etwas grün sind. Die Kiwanos sollten am besten an einem warmen Ort gelagert werden.

Bitte nehmt euch mindestens 1-2 Kürbisse mit. Diese lassen sich in der Wohnung gut lange Zeit gut lagern. Am Hof ist die Lagerung dagegen gerade sehr schwierig, da auch die Mäuse den Kürbis sehr lecker finden.

Diese Woche kommt mit dem „Frastagliata“ Schnittsalat eine leckere italienische Blatt-Zicchorie zum Markt. Der Salat ist sowohl roh, als auch gedünstet eine leckere bittere Beilage.