Hofnachrichten

Woche 22

Liebe Ernteteiler*innen!

Ich bin mal wieder erstaunt, wie schnell die (Jahres-)zeit vergeht. Am Hof geht es da immer Schlag auf Schlag (im wahrsten Sinne des Wortes, ein Schlag bezeichnet bei uns die Unterteilung des Feldes in kleinere Einheiten), eine Kultur nach der anderen kommt in die Erde. Diese Woche sind es die v.a. die Kürbisse im Freiland und die Gurken im Anbautunnel.
Und so geht’s auch mit der Ernte: Wie ihr vielleicht bei den letzten Abholungen gemerkt habt, kam schon eine Fülle an Salaten, Spinat, Radieschen und Co zur Entnahme, und mit dieser Woche auch die ersten „füllenderen“ Gemüse: Mairüben, bald auch Kohlrabi, Brokkoli, die ersten Frühkartoffel und und und…
Wir freuen uns, dass wir durch vorausschauende Planung und Gegenmaßnahmen das traditionelle „Frühlingloch“ kurz und flach halten konnten!

Nächste Woche startet dann ja auch schon unsere Kistlsaison! Da ich im Juli in Karenz gehe, habe ich die Verantwortung für diesen Bereich heuer abgegeben, und Lui und Inga werden sich vorwiegend um das Planen und Koordinieren der Kistlernte kümmern. Ab Mitte Juni unterstützt uns auch noch unser ehemaliger Mitarbeiter Daniel, vorwiegend als Kistlfahrer. Ihr werdet aber weiterhin immer wieder von mir hören, ich bleib auch während meiner Karenz geringfügig angestellt und mach weiterhin die Mitgliederbetreuung.

Gestern Abend hatten wir auch Ratssitzung. Sorgen bereitet uns gerade vor allem, dass auch heuer zum Beginn der Kistlsaison wieder nicht alle Ernteanteile vergeben wurden! Rund 50 Mitglieder bräuchten wir noch, um die Plätze zu füllen und damit auch das geplante Budget zu decken – aktuell fehlen dadurch rund 58.000 Euro. Bitte noch fleißig in eurem Bekanntenkreis Werbung machen!

Ich schließ dennoch mit guten Neuigkeiten ab: Dank vieler Mitglieder, die sich noch an der Bieterrunde beteiligt haben, konnten wir diese beenden. Über 16.000 Euro wurden insgesamt zugesagt und ermöglichen es, dass sich alle Mitglieder dasselbe gute Essen leisten können, unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten. DANKE!!!
Der Prozess dieser sehr langen Bieterrunde war dennoch anstrengend, weshalb wir am 16. Juni beim Community Kreis mit euch über mögliche Alternativen diskutieren möchten. Kommt gerne vorbei!

Mit solidarischen Grüßen,

Christoph

Kräuter:

Thymian
Koriander
Bergtee
Estragon
Dill
Minze
Kamille
Schnittlauch
Weiße Melisse
Sauerampfer

Juhuuuu! Es gibt jetzt ganz viel leckeres frisches Grün aus dem Freiland!

Das Gemüse der Woche Scheerkohlauch Schnittkohl, Bremer Scheerkohl oder Schnittreps genannt, ist eine Unterart des Rapses.
Scheerkohl wurde früher oft in Gemüsegärten angebaut, weil er als recht kälteresistentes Gemüse auch dann wertvolle Blätter für die Küche lieferte, wenn andere Pflanzen grad Winterpause machten. Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts kam er aber zusehends in Vergessenheit. Auch im Frühling ist Scheerkohl ein wichtiger Gemüse-Lücken-Füller, da er geerntet werden kann, wenn die Lagergemüse langsam weniger werden und das frische Grün am Feld noch nicht so weit ist.
Lasst euch von dem Kohl im Namen nicht zu sehr täuschen. Scheerkohl schmeckt nur ganz leicht nach Kohl und die Blätter und auch Stängel sind viel Zarter als z.b. beim Grünkohl.
Ihr könnt ihn verwenden wie Spinat. Also kurz blanchieren oder anbraten.
Wichtig ist, ihn möglichst schnell zu verbrauchen, denn er hält sich nicht sehr lang im Kühlschrank, und die Blätter werden rasch gelb.

Die Salate haben zum Teil die Trockenheit der letzten Wochen und die Hitze der letzten Tage (Dienstag und Mittwoch mit je 32 Grad, puh!) nicht so gut vertragen, und ein paar kommen schon etwas schlabberig daher. Hier und da haben sie auch braune Stellen an den Blatträndern, das kann am Calciummangel liegen, der auch mit einer ungleichmäßigen Wasserversorgung zusammenhängt. Die Ränder vor dem Verzehr einfach wegschneiden und die Salate am besten bald verbrauchen.

Dafür gibt es jetzt die ersten frischen Roten Rüben und Mairüben vom Feld mit Grün, das ihr natürlich auch verwenden könnt.

Diese Woche gibt es wieder eingemachtes: Rote Rübe und Gurke (eingemacht vom Biohof Bubenicek).