Liebe Ernteteiler*innen!
Endlich Regen! Da ist er, der lang ersehnte Niederschlag! Nach wochenlanger Trockenheit fallen diese Woche endlich mal einige Tropfen. Hoffen wir, dass es ausreicht, um den Boden gut zu befeuchten, der stellenweise schon sehr hart und ausgetrocknet war. Die Feuchtigkeit ist nicht nur wichtig für die kleinen Pflänzchen, die ihre Wurzeln noch nicht in tiefere und feuchtere Erdschichten ausgestreckt haben, sondern auch für eine gute Bodenstruktur. Wenn wir versuchen, einen zu trockenen, harten Boden zu bearbeiten, enstehen große und feste Erdklumpen, die dann weiter austrocknen und nicht mehr von allein zerfallen. Wir brauchen aber einen feinkrümeligen, gleichmäßigen Boden nicht nur als Bett für unsere Direktsaaten, sondern auch für die frisch gesetzten Jungpflanzen, damit sie den Boden gut durchwurzeln können.
Das Setzen von Jungpflanzen ist gerade noch an der Tagesordnung, vor allem jetzt, nach den Eisheiligen, geht es so richtig los mit den wärmeliebenden Fruchtgemüsen. Paprika, Freilandparadeiser, Chili und Melanzani werden jetzt am Feld gesetzt, auch Kürbisse, Melonen und Okra mögen es warm.
Hoffen wir, dass nicht doch noch einmal ein später Kälteeinbruch daherkommt.
Die zum Teil sehr wechselhaften Temperaturen in den letzten Wochen waren eine Herausforderung für viele Pflanzen und auch für uns. Da hatte es tagsüber manchmal fast 25 Grad, nachts bestand dann Frostgefahr in Bodennähe. Das bedeutet, schnell am Abend noch ein Vlies zum Schutz auflegen, das dann aber am Tag gleich wieder entfernt werden muss, weil es sonst darunter zu warm wird. Also tausende Quadratmeter Vlies und viele, viele Sandsäcke herumtragen, hin- und herschupfen, schnell sein und gleichzeitig vorsichtig, damit das empfindliche Vlies nicht reißt, oft gegen den Wind kämpfen…
Nicht immer gelingt es, optimale Bedingungen für alle Pflanzen zu schaffen, sodass sie nicht zu viel Stress haben. Viel Gemüsearten und Kräuter sind Langtagspflanzen. Das bedeutet, dass sie mit den länger werdenden Tagen im Frühjahr den Anreiz bekommen, Blüten zu bilden. So zum Beispiel Salate, Radieschen, Dill und einige andere, die wir eigentlich vor der Blüte ernten möchten. Zwar gibt es mittlerweile viele schossfestere Sorten. Kommt aber zu den längeren Tagen zusätzlich noch ein temperatur- oder trockenheitsbedingter Stress dazu, gehen auch diese schnell einmal in Blüte. Da heißt es, mit dem Ernten nicht zu lang warten, sondern bei den ersten Anzeichen schnell die Salate abernten – daher gibt es manchmal sehr viele Salate gleichzeitig, wie zum Beispiel diese Woche ;).
Dasselbe gilt auch für den Chinakohl (auch eine Langtagspflanze). Durch zu viel Stress ist er nach anfänglich guter Entwicklung schnell in Blüte gegangen, statt schöne Köpfe zu bilden. Deshalb mussten wir ihn leider frühzeitig abernten. Lecker ist er trotzdem.
Auch der Borretsch hat bereits Blüten gebildet, die ihr aber natürlich auch essen könnt. Borretsch ist übrigens das Gemüse der Woche! Alin nennt ihn auch Kuhzunge, wegen der großen, rauen Blätter. Die schmecken übrigens nicht nur roh im Salat oder in einer Kräutersauce oder Kräuterbutter, sondern können auch zum Kochen verwendet werden, z.B. in einer Erdäpfel-Borretsch-Suppe. Und beim Wwoofen im Süden Siziliens habe ich mit unserer Gastgeberin einmal Ravioli selbst gemacht, hier eine kurze Anleitung ohne genaue Mengenangaben, nur so als Inspiration:
Reichlich Borretsch in Streifen schneiden, in Olivenöl mit etwas Knoblauch andünsten und dann mit Salz und Pfeffer würzen. Etwas abkühlen lassen und dann mit Ricotta mischen. Diese Creme als Füllung für Ravioli verwenden, die Ravioli dann mit zerlassener Butter und Parmesan oder Pecorino servieren.
Viel Freude mit dem frischen Grün und viele Grüße vom Hof!
Inga
Viel:
Genug:
Borretsch
Schnittlauchblüten
Karotten
Spargelsalat
Chinakohl
Ein wenig:
Kräuter:
Oregano
Thymian
Bergtee
Kerbel
Koriander
Dill
Juhuuuu! Es gibt jetzt ganz viel leckeres frisches Grün aus dem Freiland! Jetzt ist Zeit für die grüne Soße…
Wir haben ganz viele schöne Radieschen am Feld! Nehmt euch mindesten 2 Bünde/EA mit!
Das Gemüse der Woche ist BORRETSCH! Das schöne Gemüse kann in Salaten, für die Frankfurter Grüne Soße, in Suppen, oder auch als essbare Dekoration verwendet werden. In den Hofnachrichten findet ihr ausserdem ein leckeres Borretsch-Rezept von Inga.
Wir schicken diese Woche wieder Spargel zum Markt. Wir hoffen, dass sich im Laufe der Spargelernte für jeden ganzen Anteil ein Bund ausgeht. Es gibt wieder eine Spargelliste zum Abhaken!
Wir haben dieses Jahr versucht einen früheren Chinakohl-Satz anzubauen. Leider ist der Chinakohl sehr früh in Blüte gegangen, da es tagsüber schon recht warm und nachts noch kalt war. Daher haben wir den Chinakohl diese Woche abgeerntet und werden ihn die nächsten Wochen zum Markt schicken. Der Chinakohl hat ausserdem Fraßschäden vom Erdfloh. Die gelben Löcher können einfach ausgeschnitten werden.