Hofnachrichten

Woche 6

Liebe Ernteteiler*innen!

Endlich wird es etwas wärmer! Am Hof scharren wir schon mit den Hufen, und die Vorbereitungen für die nächste Saison sind in vollem Gange:
Im Jungpflanzentunnel wird ausgesät, pikiert, umgeschlichtet vom warmen in den weniger warmen, schließlich in den kalten Bereich. Der Platz wird jetzt bereits knapp, denn viele Platten mit Vogerlsalat sind ausgesät, keimen aber nur sehr zögerlich aufgrund der bisher noch sehr niedrigen Temperaturen. Wohin also mit den neuen Aussaaten, wenn der Vogerlsalat sich so breit macht? Jedes Jahr aufs Neue sind logistische Höchstleistungen gefordert, alles muss zur richtigen Zeit im richtigen Bereich untergebracht werden, der Platz ist aber begrenzt.
Denn auch die Pflanzkartoffeln sind bereits angekommen, in flache Kisten umgeschlichtet und stehen zum Vorkeimen im warmen und hellen Jungpflanzentunnel, bis sie dann hoffentlich in 4-5 Wochen in die Erde kommen (sofern die Bodentemperatur und -feuchtigkeit passt).

Die Planung für die ganze Saison ist bereits abgeschlossen, wir bauen wieder einmal so viele verschiedene Kulturen an, dass es gar nicht so einfach ist, alles auf unseren Flächen gut unterzubringen. Schließlicht braucht jede Kultur genug Zeit zum Anwachsen und gedeihen, nach der Ernte muss ausreichend Zeit sein, den Boden für die nächste Kultur vorzubeireiten. Im besten Fall geht sich dann noch der Anbau einer Gründüngung zwischendurch aus, die die Struktur des Bodens verbessert, verhindert, dass er zu lang bracht liegt und die wieder mehr Nährstoffe hineinbringt.
All das muss vor dem Start der Saison geplant werden, dafür nutzen wir die ruhigeren Winterwochen. Jetzt müssen wir nur darauf hoffen, dass das Wetter mitspielt.
Bis zum Anfang dieser Woche war der Boden noch gefroren, an Bodenbearbeitung ist also noch gar nicht zu denken. Denn nach dem Auftauen ist der Boden noch sehr nass und sollte nicht befahren werden. Am Feld kann jetzt wieder geertet werden, allerdings nur händisch mit der Grabgabel. Mit dem Traktor fahren wir derzeit nur auf den (überaus gatschigen) Wegen, um den Boden auf den Anbauflächen nicht zu verdichten und zu verschmieren. Wenn alles gut geht, trocknet der Boden über die nächsten Wochen aber gut ab und ist dann bereit fürs Anlegen der ersten Dämme, damit wir einigermaßen termingerecht die ersten Pflanzungen und Aussaten machen können.

Nicht alle Kulturen, die zum Überwintern noch am Feld standen, haben die recht niedrigen Temperaturen dieses Winters gut überstanden. Eigentlich ein ganz normaler Winter, in dem es auch mal unter -10° C hat, aber durch den Klimawandel sind wir bereits wärmere Winter gewohnt und haben auch ein paar Kulturen angebaut, die das nicht so gut vertragen. Das größere Problem ist im Winter allerdings nicht die Kälte, sondern der wenige Niederschlag. Wenn alles mit einer Schneedecke bedeckt und dadurch geschützt ist, kann es auch sehr kalt werden, die kleine Überwinterungspflänzchen überleben dann trotzdem. Gibt es aber keinen Schnee und sinken die Temperaturen stark, tritt sogenannter „Kahlfrost“ auf. Die oberen Bodenschichten frieren durch, und für die Pflanzen ist kein Wasser mehr verfügbar, was zu Frosttrocknis führen kann. Gleichzeitig lockert der Frost den Boden und sorgt außerdem dafür, dass weniger Schädlinge überleben als in recht milden Wintern. Alles hat eben so seine Vor- und Nachteile…

Derzeit gibt es bei uns am Hof aber auch etwas zu feiern! Wir freuen uns, unseren neuen Mitarbeiter Johannes im Team begrüßen zu dürfen!! Er bringt viel Erfahrung und Wissen mit, unter anderem, was Traktorarbeiten und -reparaturen angeht und ist super motiviert!
Da er auch vorher bei Julian und David Turiel, den Herstellern unseres Hauptanbaugeräts, des Häufelpflugs, gearbeitet hat, kennt er sich damit bestens aus. Eine tolle Bereicherung für unser Team!

Wir starten also gespannt und optimistisch in die neue Saison und freuen uns über viele neue Gesichter, auch bei den Erntehelfer*innen – vielen Dank, dass ihr uns auch in diesem Jahr wieder tatkräftig unterstützt!

Beste Grüße

Inga




Genug:

Herbstrübe
Topinambur
Karotte
Pastinake
Rote Rüben
Zwiebel
Weisskraut
Rettich
Kohlrabi
Sellerie
Rotkraut
Kartoffel, vorw. festkochend (Luna Rossa)
Lauch

Ein wenig:

Steckrübe

Kräuter:

Petersilie
Rosmarin (getrocknet)

ACHTUNG: Bis Ende Februar findet die FREIE ENTNAHME IM SOLIDARRAUM (IN DER HEINESTRASSE 30, 1020) statt.

Das Gemüse der Woche ist der Rettich GREEN LUOBO. Green Luobo ist eine eher milde Rettichsorte mit einem sehr feinen, angenehmen Geschmack und ist besonders lecker frisch am Butterbrot oder in Stifte geschnitten zum Dippen.

Diese Woche gibt es heuer erstmals Topinambur. Topinambur ist winterhart und wird jetzt, wo der Boden wieder aufgetaut ist, direkt vom Feld geerntet. Die Knollen waren zum Teil am Stielansatz etwas angefroren und beginnen dort weich zu werden. Den braunen Teil einfach abschneiden, der Rest der Knolle ist noch wunderbar. Die Knollen (eigentlich Rhizome) enthalten viel Inulin, einen wasserlöslichen Ballaststoff, der hilfreich ist für eine gesunde Darmflora :). Topinambur muss nicht geschält werden, einfach die Erde gründlich unter fließendem Wasser herunterreiben. Die Knollen können roh gegessen werden, aber nicht alle vertragen sie gut in dieser Form. Gekocht sind sie super als Suppe, eignen sich aber auch zum Braten und – besonders super – als dünne Chips frittiert und leicht gesalzen. Ich verwende Topinambur-Chips als knuspriges Topping für Erdäpfelpüree – lecker! Falls ihr einmal vergesst, die Knollen schnell zu verarbeiten, und sie schon etwas eingeschrumpelt und weich sind, einfach wieder für einige Stunden in kaltes Wasser legen (eventuell faulende natürlich vorher aussortieren), dann saugen sie sich wieder voll und werden knackig.

Diese Woche schicken wir nur gelbe Rote Rüben (Sorte Boldor), da sich diese am schlechtesten im Lager hält und bald verbraucht werden sollte. Es sind schon einige braune Stellen dabei, diese könnt ihr einfach ausschneiden.

Wir haben Pastinake und lila Karotten beim BioHof Adamah (Marchfeld) zugekauft.

Grosse Rüben oder Krautköpfe (Steckrüben, Wesskraut etc.) können gerne bei der Abholung halbiert oder geviertelt werden. In der Marktkiste findet ihr Messer und Schneidbrett.